(Fast) letzter Tropfen

Das hätte fast schief gehen können.

KNUTs Bordcomputer zeigte an, dass wir mit dem Tankinhalt noch bis Cadiz – dem heutigen Tagesziel – kommen würden. Aber irgendwann lange vor Cadiz quakte er „wenig Kraftstoff“ und die Reserveleuchte zeigte das auch an.

Also runter von der (mautfreien) Autobahn A66 und rauf auf die N630, die fast immer parallel zur Autobahn verlief. Ziel war Sevilla, wo Peter eine günstige Tankstelle mit 1,069 €/l Diesel gefunden hatte.

Schön, nur war es ziemlich schwierig, diese Tankstelle zu finden. Denn diese Tankstelle fanden wir nicht und steckten mehr oder weniger in einer Sackgasse bzw. in einem Gebiet voller Einbahnstraßen und sehr engen Straßen fest.

Ziemlich gestresst steuerten wir dann eine Tankstelle an, wo wir 1,099 €/l bezahlten. Da wir keine Lust auf nochmals solche „Spielchen“ hatten, tankten wir gleich voll.

Der Rest dieser Tagesetappe verlief problemlos. Wir übernachteten bereits in San Fernando, einem quasi Vorort von Cadiz – direkt am Meer mit einem großen Tidenhub, jedenfalls hatte am nächsten Morgen jemand den Stöpsel gezogen, denn das Wasser war weg.

Alle Wetter

Am 29. und 30. November durchfuhren wir nicht nur Frankreich, sondern auch ein großes Regengebiet mit niedrigen Temperaturen.

Das war aber gar nichts gegen das, was wir am 1. Dezember erleben durften.

Morgens hörten wir schon, wie Niederschläge auf unser Dach trommelte.

Unser Maskottchen, was auch auf den Namen KNUT hört, fühlte sich recht bald in die Heimat versetzt.

 

 

 

Der Regen ging in Schnee über. Bald waren wir vollkommen eingeschneit.

Bereits nach kurzer Fahrt auf der N1 standen wir – im Stau. Das wurde uns nach 10 Minuten zu bunt, wir kehrten um und hofften, auf einer Nebenstraße den Stau umfahren zu können. 

Im Prinzip ja, war aber etwas schwierig. Hier war nämlich kein Schneeräumdienst am Werk gewesen, und an einem kleinen Anstieg blieben wir hängen; erst nach dem 5. Versuch und mehrmaligem zurücksetzen – zum Glück kam kein Auto – schafften wir es, die Kuppe zu erklimmen. Das war so aufregend, dass Eva ganz vergaß, davon ein Foto zu schießen.

Es folgten noch weitere Staus, einer war wohl von einem Unfall verursacht, an dem mehrere LKW beteiligt waren, ein Auto stand im Acker und sah ziemlich demoliert aus.

Auf der Weiterfahrt erlebten wir schier alle Jahreszeiten: Zeitweise ließ sich die Sonne blicken, dann schneite es, sogar Hagelschauer prasselten auf uns nieder – alles bei Temperaturen um die 0 °!

War ja alles auch kein Wunder, befanden wir uns doch auf 700 bis über 900 Metern. Aber Peter meisterte auch die heutigen „Klippen“, und zeigte sich als Frauenversteher, denn selbst mit Frau Holle kam er klar.

Der Abend war zwar kühl aber trocken, die Sonne schien auf die herbstlich gefärbten Bäume. 

Augen zu und durch

Unsere Devise heute: Augen zu und durch. Mussten wir ja auch, wollten wir am  1. Advent Cadiz erreichen.

Solche morgendlichen Temperaturen wirken nicht gerade anregend.

Normalerweise wären wir liegen geblieben, derzeit müssen wir aber stark sein und auf derartige Annehmlichkeiten verzichten.   

Der 2. Reisetag glich dem ersten von gestern: Es regnete „von vorn bis hinten“.  Trotz Regens schossen wir die Fotos vom Stellplatz, denn gestern war es dazu ja schon zu dunkel.

Unser Brauchwasser und die Toilette entsorgten wir vor der Abfahrt an der Ver- und Entsorgungsstation. Auch zapften wir Frischwasser für unsere Flaschen – alles für „lau“.

Heute war es wieder ein langer Törn mit fast 450 Kilometer. Das artet richtig in Arbeit aus, weil wir eigentlich nur cruisen gewöhnt sind und solche Strecken nicht am Stück fahren. Peter ist zu bewundern, dass er das so klaglos erledigt – eben ein echter „Kapitän der Landstraße“.

 

Es geht los

27. November: DER Tag unserer geplanten Abreise war gekommen. Da wir schon für 10 Uhr Termin mit unserer „Haushüterin“ zur Schlüsselübergabe etc. vereinbart hatten, mussten wir uns ganz schön sputen. Die Zeit für ein gemütliches Frühstück gönnten wir uns aber.

Heute waren nur letzte „Feinheiten“ abzuarbeiten: Unsere Fahrräder stellten wir in die Wohnung, Speedy parkten wir in der Garage.

Voll Schrecken stellten wir fest, dass in KNUT der Frostwächter angesprungen war; ein Zeichen dafür, wie kalt es war. Dadurch waren etliche Liter Frischwasser ungewollt rausgelaufen. Also hieß es noch mal nachfüllen.

Als Letztes lasen wir noch alle Strom- und Wasserzähler ab und legten den Haupt-Sicherungsschalter um.

Dann zogen wir die Wohnungstür hinter uns zu und starteten KNUT.

Die Wetterprognose war nicht berauschend: Kalt und Regen. So sollte es auch den ganzen Tag über bleiben.

Peter lenkte KNUT souverän über die Autobahn mit sog. LKW-Hopping, denn stellenweise fuhr ein LKW hinter dem anderen – also nicht sooo angenehm.

Der helle Streifen am Horizont war trügerisch.

 

 

 

 

Dass wir die Grenze zu Frankreich passierten bemerkten wir kaum; lediglich ein kleines Schild „Douane“ wies zwischen Baustellenschildern darauf hin.

Mit zwei kleinen Pausen erreichten wir ziemlich spät unser heutiges Ziel  – den Stellplatz in Belfort. Ein großer Parkplatz mit markierten Plätzen für Wohnmobile.

Da es immer noch regnete blieben wir „zu Hause“ und widmeten uns ganz profanen Dingen wie Abendessen, Fernsehen und später arbeiten an den Laptops – es gibt eben immer etwas zu tun o:)

Endspurt

Am Samstag und Sonntag (25. und 26. November) befanden wir uns im Endspurt der Vorbereitungen. Es hieß packen. So liefen wir wie Arbeitsameisen hin und her.

Begleitet wurden unsere Aktivitäten von kühlen Temperaturen und Schneeschauern, wovon wir uns aber nicht abhalten ließen.

Eva hatte im Laufe der Woche bereits die Betten bezogen, frische Handtücher aufgehängt und die „festen“ Küchengerätschaften in KNUT verstaut.

Der Kühlschrank-Inhalt wurde von hier nach da geräumt, das Büro wurde in KNUT wieder eingerichtet, ebenso die Technik. Wir sind immer wieder erstaunt, auf wie viele Sachen wir auch unterwegs nicht verzichten wollen …

Das größte Problem war unser Zelt, das wir ja erstmalig in der Heckgarage verstauen wollten, eigentlich ja auch mussten, denn woanders war kein Platz dafür. Peter musste sich arg plagen, aber irgendwie kriegte er  es hinein.

    

 

 

Werbung muss sein

Werbung muss sein. Deshalb hatten wir den Aufkleber „www.kanarenbuch.de“ bestellt. Heute machten wir uns daran, ihn an der Rückwand von KNUT anzubringen. Dazu mussten wir KNUT erst einmal vom Schmutz befreien, den er auf unseren Fahrten nach Heusenstamm (Stichwort Lammfell-Sitzbezüge) „eingesammelt“ hatte.

 

Da KNUT ja rundrum sehr schmutzig war und wir gerade so schön dabei waren, setzte Peter an allen Seiten die Waschbürste an.

 

 

 

Für das Transparent
nahmen wir erst einmal Maß. 

 

 

 

 

 

Dann war es geschafft: Das Transparent war dran – aber irgendwie schief;
aber das bleibt jetzt so!

Die Qualitäts- / Endkontrolle oblag Eva. 

KNUT mag’s kuschelig …

… aber eigentlich Peter. Alles Sträuben von Eva half nichts: Peter setzte sich durch, es wurden echte Lammfell-Sitzbezüge für alle Sitzgelegenheiten gekauft. Heute am 17. November holten wir sie ab.

Der Chef persönlich, Herr Reissner jun. montierte sie.

Peter machte gleich mal die Sitzprobe und war hochauf zufrieden: Ja, so habe ich mir das vorgestellt!