2018 0328 La Gomera im Nebel

Tag 122 – Mittwoch, 28. März 2018
San Sebastián de La Gomera – Rundgang

Eigentlich wollten wir ja ein Stückchen weiter fahren zum Mirador Degollada de Peraza an der GM-2, um eine schöne Wanderung zu unternehmen.

Diesen Plan verwarfen wir jedoch angesichts des Wetters. Es war zwar nicht kalt, dafür hing in den umliegenden Bergen – und auch auf dem Meer – Nebel.  Wir sahen, dass wir nichts sahen – 09:15 Uhr.

Es herrschte auch Windstille, was wohl das Problem war und keine Änderung im Laufe des Tages brachte.  Somit gingen wir davon aus, dass wir auf unserer Wanderroute nichts sehen werden. So beschlossen wir, noch einen Tag zu bleiben und das schlechte Wetter „auszusitzen“.

Die Fähre von Fred Olson Express hinderte das Wetter jedoch nicht daran abzulegen; die Kreuzfahrt-Gäste hätten sich bestimmt auch besseres Wetter für ihren Landausflug gewünscht.

Um uns ein wenig zu bewegen, gingen wir noch einmal in den Ort. Wir waren nicht sicher, gestern bereits alles gesehen zu haben und waren gespannt, was wir Neues entdecken würden. – Solche Früchte hatten wir noch nie an Palmen gesehen.

Zunächst zum Busbahnhof; dort holten wir uns einen Fahrplan. Wir hätten nämlich auch mit dem Bus zum Startpunkt der Wanderung fahren können. Hätte aber den Nachteil gehabt, dass wir zu einer bestimmten Zeit wieder am Ausgangspunkt hätten sein müssen, um den Bus retour zu bekommen. Nee, so was ist nicht unser Ding. (Av. del y Centenario, 4, 38800 San Sebastián de La Gomera, Santa Cruz de Tenerife, Spanien, Telefon+34 922 14 10 09,
Busgesellschaft Guagua Gomera http://www.guaguagomera.com/
Infos zu allen Fahrplänen

http://www.guaguagomera.com/index.php?option=com_phocagallery&view=category&id=1&Itemid=54)

Was uns aber auffiel, alle Angaben auf den Fahrplänen waren auch in deutsch, wobei uns das „Kranquehaus“ besonders gefiel. Es war also verhältnismäßig einfach, die Fahrpläne zu verstehen.

Mittwochs und Samstags sollte Markt sein, wobei wir davon ausgingen, dass dieser auf der Straße stattfindet. Einem Reiseführer entnahmen wir nämlich:
MARKT VON SAN SEBASTIÁN
Mittwoch und Samstag vormittags
Mercado Municipia, Avenida de Colón, nahe des Busbahnhofs
Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Palmhonig, Ziegenkäse, Bäckerei,…

In der Markthalle selbst war nicht viel mehr los als gestern. 

Allerdings wartete der Obst- und Gemüsestand wieder mit einem gut sortierten Angebot auf.

Die Temperatur war so angenehm, dass auch die Straßencafés gut besucht waren.

Heute schauten wir auch in die Iglesia de Nra. Sra. de La Asunción. Die Schnitzerein sind wirklich imposant.

Kirche Nuestra Señora de la Asunción Die Geschichte der Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción reicht ins 15. Jahrhundert zurück. Hernán Peraza („El Viejo“) errichtete um 1450 eine einschiffige Kapelle aus Ziegel- und Bruchsteinen. Diese Gebetsstätte, eine Festung als Wohnsitz des Herrschers und ein anfänglicher Weg, bildeten Ausgangspunkte für alle Inselverbindungen (damals noch per Schiff oder Boot) und letztlich die Keimzelle der Ortschaft. Die Kapelle wurde sodann letzte Ruhestätte des Sohnes des Herrschers, Guillén Peraza, und Zeugin der Lobeshymne der Kolumbus-Flotte auf die Hl. Maria, das Salve Marinera. Ende des 15. Jahrhunderts, also wenig nach der Abfahrt Kolumbus’ nach Amerika, wurde die Kapelle abgerissen und durch eine neue, dreischiffige Kirche ersetzt. Sie erhielt in den folgenden fünfzig Jahren qualitativ und quantitativ beste Ausstattung. Aus dieser Zeit stammt das Kreuzrippengewölbe aus rotem Tuffstein sowie die Fassade. Der spätbarocke Hochaltar mit einer Christusfigur stammt von dem kanarischen Künstlers José Luján Pérez (1756–1815). Die Kirche wird als bedeutendes Beispiel der gotischen Baukunst im atlantischen Gebiet gesehen, in der die Bauweise der spanischen Katholischen Könige mit dem portugiesischen Manuelino-Stil  verschmilzt. Wie der Stadt, so widerfuhr es auch der Kirche: Im Laufe der Zeit wurde sie mehrfach durch Piratenüberfälle beschädigt oder zerstört. 1632 wurde der Küster beauftragt, eine Truhe für die Kirchenbücher zu bauen, um diese schnell in Sicherheit bringen zu können. Auch musste er Seil und Seilrolle bereithalten, um die Kirchenglocken schnell abhängen zu können, um sie vor der Plünderung durch Piraten zu retten.Zeitweise wurde die Kirche vernachlässigt, das Chorgestühl diente als Brennholz für die Heizkessel der Schiffe, die flämischen Orgelpfeifen wurden nach Gewicht dem ortsansässigen Schmied verkauft, die Altäre zersägt, die Heiligenbilder in Abstellkammern aufbewahrt. (Calle Real, 24A, 38800 San Sebastián de La Gomera, Santa Cruz de Tenerife, Spanien. GPS: 28.092785414681, -17.111047034356)

Hier wurde einer Reisegruppe die Pfeifsprache vorgeführt. Zu den Besonderheiten La Gomeras gehört die weltweit nur hier existierende Pfeifsprache der GomerosEl Silbo, die schon von den Ureinwohnern zur Verständigung genutzt worden sein soll. Sie hat den Vorteil, auch über große Distanz gehört zu werden, was den Gomeros zu einer einfachen Verständigung über ihre weiten Täler (Barrancos) verhalf und verhilft. Die UNESCO hat El Silbo 1982 auf die Liste der zu schützenden Weltkulturgüter gesetzt. Im September 1999 hat die kanarische Inselregierung an allen Grundschulen der Insel La Gomera El Silbo als Pflichtfach eingeführt, vorher war die Pfeifsprache Wahlfach.

Bei ihrer (Fassaden-)Werbung lassen sich die Spanier immer wieder etwas einfallen.—

Wie gesagt, die Temperatur war sehr angenehm. So manch einer in der Heimat wird derzeit wohl vor Neid erblassen …

Typisch für die Kanaren sind die kunstvollen Holzbalkone sowie Fenster und Türen. Für die Pflege fehlt aber vielerorts scheinbar das nötige Kleingeld.

Manche Fassade war aber sehr kunstvoll gestaltet, wie hier vom Restaurant El Pajar.

Einer von vielen Lotterieshops. 

Leihwagen gefällig? Muss man aber erst mal finden …

Dieses Rad ist wohl mehr Deko als alltagstauglich – die „Sattelkonstruktion“ ist ziemlich gewöhnungsbedürftig …

Internationale Souvenir-Werbung, sogar in russisch – fehlt nur noch chinesisch.

Peter‘s Suche nach neuen Sandalen war erfolgreich. Plastik, dafür nicht ganz billig für 49,95 €. Seine alten gaben nun doch so langsam den Geist auf.

In der Bar Ambigú ließen wir uns treiben und guckten Leute bei Cafe con leche sowie Sandwich Americano und Croissant Chocolate (Plaza de las Américas, 10, 38800 San Sebastián de La Gomera, Santa Cruz de Tenerife, Spanien). Tolle Bar/Pub, in dem viele Einheimische ihre Mittagspause verbringen. Kleine Snacks, den besten Kaffee der Stadt – sagt man – und abends tolle Cocktails. 

Am Nachmittag um 14:16 Uhr sahen wir immer noch, dass wir nichts sahen. Unsere Entscheidung, heute nicht in die Berge wandern zu gehen war goldrichtig.

Morgen unternehmen wir einen neuen Versuch, die geplante Wanderung zu starten. Schaun mer mal …

Das war’s für heute. GARMIN geht schon manchmal seltsame Wege …

 

Author: Peter Colditz

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