2018 0329 Degollada de Peraza – Wandern im Parque Nacional La Garajonay (La Gomera)

Tag 123 – Donnerstag, 29. März 2018
San Sebastián de La Gomera – Degollada de Peraza
Wandern Parque Nacional La Garajonay

10 km wanderten wir durch diesen wunderschönen Nationalpark und mussten 600 Höhenmeter zu bewältigen. Ganz schön anstrengend so ganz ohne Kondition.

Wir hatten gut daran getan, die Nebelschwaden „auszusitzen“. Der heutige morgendliche Himmel sah schon SEHR viel besser aus.

Von San Sebastian fuhren wir hoch nach Degollada de Peraza.

Unser Ziel und damit Ausgangspunkt unserer geplanten Wanderung war Degollada de Peraza. Diese Tour hatten wir ausgesucht, weil sie als „leicht“ beschrieben wurde. 

Bei dieser Tour wandert man auf historischen Wegen. Der Startpunkt ist an der Degollada de Peraza, einem historisch bedeutenden Platz. 1488 wurde hier der berüchtigte Graf Fernan Peraza el Joven von den rebellischen Ureinwohnern ermordert. Peraza versuchte, Gomera in der zweiten Hälfte des 15. Jh. gemeinsam mit seiner Gattin Beatriz de Bobadilla zu beherrschen. Die Ureinwohner des Agana-Stammes lauerten ihm vor der Höhle seiner Geliebten Iballa, die sich etwas unterhalb der heutigen Bar Peraza befindet, auf. Dies war der Auftakt zur Rebellion gegen die Spanischen Eroberer. Die Witwe flüchtete mit ihren Kinder in den Torre del Conde nach San Sebastian. Von dort sandte sie einen Boten nach Gran Canaria. Der dortige Gouverneur eilte mit Truppen zu Hilfe, um den Grafenmord zu rächen. Alle männlichen Angehörigen des Agana-Stammes über 15 Jahre wurden ermordet. Quelle: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/la-gomera/von-la-laja-zum-roque-de-agando/1494619/

Für die Anfahrt nahmen wir die GM-2. Am dortigen Restaurant, jedoch direkt an der GM-2 gelegen, fanden wir einen Parkplatz.

Dann hieß es: los geht’s, ausgerüstet mit festem Schuhwerk, Jacke, Trinkflaschen und etwas Verpflegung.

Begleitet wurden wir von der APP „maps.me“, die auch die Wanderrouten auf La Gomera anzeigt. Funktionierte online (geht aber auch offline), Internet hatten wir auf der gesamten Strecke. Hier befand sich auch die Haltestelle, wenn wir von San Sebastian aus mit dem Bus hierher gefahren wären.

Noch frohen Mutes schossen wir – dank Peters „Fernauslösung“ Startfotos:

Wir gingen ein kleines Stück bis zum Eingang des Wanderweges 29.

Zunächst ging es nur bergab – bis kurz vor La Laja (ca. 2,5 km). Meist war der Weg recht schmal, nirgends ein Geländer; deshalb war wohl auch „Trittsicherheit“ und „Schwindelfreiheit“ gefragt.

Hier war der Weg noch ziemlich gut begehbar, was aber nicht von langer Dauer war.

In engen Serpentinen wand sich der Weg nach unten.

Manchmal sah es so aus, als würde der Weg irgendwo da vorne enden.

Aber na klar – es ging weiter, zum Teil unter Palmen hindurch.

Immer der Ausschilderung nach.

Oben an unserem Ausgangspunkt bewunderte eine Reisegruppe gerade die Aussicht.

Der Weg war teilweise mit losem Gestein „gepflastert“.

Man staunt immer wieder, wie und wo sich zaghaftes Grün entwickelt.

Und dann lag da einer quer über den Weg, der es nicht „über den Berg“ geschafft hatte.

Von irgendwoher rieselte Wasser.

La Laja war in Sicht, das war aber auch alles, denn es waren noch viele Meter zu bewältigen.

Auf dem Hinweisschild war zwar die Richtung angezeigt, es fehlte allerdings die Entfernungsangabe ….

Diese Perspektive zeigt deutlich, welches Gefälle wir öfter bewältigen mussten.

Der Weg wurde steiniger, steil und schlecht zu gehen. Eva hatte da so ihre Schwierigkeiten.

Wir staunten über das viele Grün und die Pflanzenvielfalt.

Hier kann man deutlich sehen, wie sich der Weg weiter nach unten „schraubt“.

Zwischendurch ging’s aber auch wieder hoch, an kontinuierliches Gehen war nicht zu denken.

Der sog. Phallus-Felsen – die Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen, oder?

Aha, noch waren wir richtig; das Zwischenziel – und damit vielleicht ein kühles Getränk? – war nicht mehr weit – dachten wir.

Sah sehr anmutig aus, wie Eva den Abstieg bewältigte …

Hier allerdings durfte sie sich keinen Fehltritt erlauben.

Dieser Informationsstand sollte eigentlich Prospekte o. ä. in 4 Sprachen beinhalten. Wir waren allerdings zu spät – alle Fächer waren leer.

Das Angebot „Grapefruit zu verkaufen“ konnten wir nicht wahrnehmen. Von dem „Verkaufsstand“ war nur noch die Front übrig.

Kunst befand sich am Wegesrand – allein, was sollte es bedeuten?

Praktisch die Dachziegelbefestigung mit Steinen, von denen man hier ja mehr als genug hat.

Inzwischen konnten wir auf La Laja hinunter blicken. Zum Glück stiegen wir nicht bis zur Talsohle hinab, ersparte uns etliche Meter wieder hinauf.

Durch seine idyllische Lage im Barranco de la Villa, umgeben von einer wunderschönen, grünen Naturlandschaft, ist der La Laja ein idealer Standort für einen naturnahen, sehr ruhigen Urlaub. Am Ende einer kleinen Talstraße erstreckt sich La Laja auf etwa 500 Metern Höhe in der größten Schlucht von La Gomera. Von hier gelangt man über viele hübsche Wanderwege in den angrenzenden Urwald des Garajonay Nationalpark, sowie in die nahe gelegenen weiten Täler. Quelle: http://www.gomeralive.de/beschreibung-la-laja 

Dieses Haus streckte uns die Zunge heraus – oder was?

Wir genossen das frische Grün, was jetzt im Frühling sprießte.

Nirgends gab es eine Einkehrmöglichkeit. Unser Wasservorrat – 2 Flaschen á 600 ml waren eigentlich zu wenig. Zum Glück hatten wir belegte Brote, Apfel und genügend Bonbons dabei.

Von nun an begann der Rückweg; wir wechselten von Ruta 29 zu Ruta 13.

Das hieß: Immer schön bergauf.

Da wir durch einen Kiefernwald gingen, war der Boden mit einer dicken Schicht Nadeln bedeckt; das dämpfte etwas unsere Schritte.

Vom Degollada de Peraza bis La Laja ging es 600 Hm runter und von La Laja bis zum Roque Agando die 600 Hm wieder rauf.

Hier kam bestimmt keine Sonne hin und trotzdem blühte es unter dem Felsen.

Auf einmal liefen wir nicht mehr über graues Gestein, sondern über rote Erde.

Abgestorbene Bäume etc. warteten auf den endgültigen Verfall, denn man überließ sie ihrem Schicksal.

Laut Wanderkarte und Google Maps sollte uns hier ein Picknick-Platz Casa del Manco erwarten.

Den Picknick-Platz gab es nicht mehr und der Verfall der Gebäude war auch schon recht weit voran geschritten.

Brücken gab es auch, natürlich aus Materialien, die die Natur hergab.

Dieser Baumstumpf bot sicherlich vielen Waldbewohnern einen Unterschlupf.

Weiter ging’s im wahrsten Sinne des Wortes „über Stock und Stein“.

Und dann endlich! Der Roque de Agando war in Sicht. Der Roque de Agando ist ein 1251 msnm hoher vulkanischer Felsturm auf der spanischen Kanareninsel La Gomera. Der ehemalige Vulkanschlot besteht aus Phonolith und liegt im Osten des zentralen Hochlandes von La Gomera im Gemeindegebiet von San Sebastián de La Gomera. Er befindet sich zwischen dem Barranco de La Laja und dem Barranco de Benchijigua und gehört zur Felsgruppe Los Roques („die Felsen“), zu der neben dem Agando auch der Roque de la Zarcita (1223 m), der Roque de Carmona (1103 m) und der Roque de Ojila (1171 m) zählen. Der Roque de Agando ist mit an der Südseite rund 220 Meter über seinen Fuß aufragenden zuckerhutähnlichen Form der auffälligste der Roques. An seiner Nordseite überragt er um etwa 100 Meter die an seinem Fuß vorbeiführende Straße Carretera del CentroQuelle: Wikipedia

Eva hatte nicht wirklich einen Blick für den „Zuckerhut“, sie war eher auf den Weg fixiert.

Besonders der Rückweg – nur bergauf – zeigte uns den Zustand unserer Kondition an. Wir mussten immer öfter eine Pause einlegen.

Eva hatte auch mit Krämpfen zu kämpfen, besonders der rechte Fuß meuterte.

Fast geschafft, zumindest das unwegsame Gelände, denn gleich würden wir auf die GM-2 treffen.

Welch ein Komfort: Eine Treppe !!!

Noch einmal ein bisschen runter und wieder hoch, ……

… dann hatten wir wieder festen Boden = Straße unter den Füßen, nämlich die GM-2.

Wir wagten noch einen Blick zurück und rüber zu den Roques, die sich anschickten, wieder im Nebel zu verschwinden.

Für die letzten 3 Kilometer zurück zu KNUT, liefen wir an der GM-2 entlang.

Nun streikten Evas Füße total. Wir mussten zwischendurch immer mal wieder anhalten, damit Eva aus den Schuhen kam.

Wir kamen auch am Hinweis zu unserem heutigen Übernachtungsplatz vorbei, wohin wir gleich im Anschluss hinfahren würden.

An diesem Mirador schließt sich der Kreis. Wir haben unseren Ausgangspunkt wieder erreicht und Knut ist auch schon zu sehen.

Zurück bei KNUT gingen wir erst mal in das Restaurant und schütteten ein Caña ab.

Unser Fazit: Man sollte schon eine gewisse Grundkondition mitbringen. Wir hatten leider keine, 4-monatiges Wohnmobil-Fahren ohne großartige Bewegung forderte ihren Tribut. Aber so schlecht waren wir gar nicht, wir benötigten „nur“ 7 Stunden, diverse Pausen inklusive.

Das ist wahr: Am Ende eines Tages ist nur wichtig, dass ein schöner Moment dabei war, der dich lächeln ließ. (Autor unbekannt). Unser schöner Moment des Tages war das gemeinsam und unfallfreie Bewältigen der heutigen Aufgabe.

Guckt selbst – unsere Aufzeichnung mit GARMIN

Wir fuhren noch zum Stellplatz, der nur knapp 2 km entfernt war. Er befand sich aber auf 1.122 m und die Temperatur von eben noch 24° ging innerhalb von 1 Stunde auf 10° zurück. 

Abends dachten wir es regnet, es waren aber nur Wolken, die viel Feuchtigkeit transportierten. Außerdem pfiff ein starker Wind – und wir standen genau in seinem Weg. Also parkte Peter noch um, damit wir eine ruhige Nacht hatten.

Im Internet fanden wir noch folgende Beschreibung der Tour:

ANFANG: Mirador de La Laja in der Degollada de Peraza.
ENDGÜLTIG: Am selben Ort.
SCHWIERIGKEITSGRAD: Mittel.
DAUER: 6 Stunden.
LÄNGE: 9,4 Km.
WASSERBESCHREIBUNG: Im Erholungspark der Kapelle der Virgen de las Nieves.
Orte von Interesse: Mirador de La Laja; Caserío de La Laja; Casa del Manco; Naturdenkmal der Roques; Blick auf Roque de Ojila, Roque de La Zarzita, Roque de Carmona und Roque de Agando in Degollada de Los Roques; Ermita de Las Nieves.
VORTEILE: Rundweg markiert PR-LG-17 und GR-131.
Nachteile: Der Aufstieg von La Laja nach Los Roques ist lang.

 

Author: Peter Colditz

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