2018 0330 Wir fahren vom Degollada de Peraza zum Playa de la Rajita

 

Tag 124 – Freitag, 30. März 2018
Degollada de Peraza nach  Playa de la Rajita

Auf gut Glück fuhren wir zum Playa de la Rajita. Die Zufahrt war recht eng und steil. Kurz überlegten wir schon, um zu kehren. Aber dann konnten wir aus der Ferne diesen kleinen idyllischen Platz schon sehen und fuhren weiter. Wir blieben sogar über Nacht.

Morgens gegen 7:45 Uhr war es auf unser Höhe von 1.100 m ziemlich kühl (9°) und neblig. Wir sahen, dass wir nichts sahen. Erst ab 800 m wurde es besser.

Der Nebel hatte auf unserer Windschutzscheibe „Wasser gelassen“. Das ersparte uns das Reinigen per Hand, wir konnten den Scheibenwischer benutzen.

Also nix wie runter.

Hin und wieder durchfuhren wir einen Tunnel. Oft sahen wir noch die alte Straße, die um den Berg herum führte.

Der Túnel de las Toscas ist 322 m einer der wenigen Tunnel mit Längenangabe, die wir durchfuhren..

Natürlich mieden wir wieder die Hauptstraße; so kleine Straßen durch die Dörfer sind ja auch viel spannender und erlebnisreicher.

Immer wieder faszinierend das Wolkenspiel.

Las Toscas an der GM-3 bestand zwar nur aus wenigen Häusern, hatte aber ein eigenes Ortsschild.

Wie immer war das Terrain ziemlich wellig – hier ging es 12 % runter.

Es war immer wieder verwunderlich, wie sich Pflanzen zwischen dem Gestein ansiedeln.

Unser nächster Anlaufpunkt war erreicht. Playa Santiago.

Auf dem Weg dorthin kamen wir an dem (neuen) Flugplatz von La Gomera vorbei.Der Flughafen La Gomera ist der Flughafen der zu Spanien gehörenden Kanareninsel La Gomera. In der Gemeinde Alajeró gelegen, ist er 34 Kilometer von der Inselhauptstadt San Sebastián de La Gomera entfernt. (La Gomera Airport, 38812 La Gomera, Santa Cruz de Tenerife, Santa Cruz de Tenerife, Spanien, +34 922 89 59 50, http://www.aena.es).
Der noch recht junge (erbaut 1999) Flughafen La Gomera ist noch heute der modernste Flughafen der kanarischen Inseln. Es handelt sich um einen Flughafen für den regionalen Verkehr, d. h. den innerkanarischen Flugverkehr zwischen den Inseln. Es ist auf der kleinen bergigen Insel einfach nicht ausreichend Platz für eine Landebahn, die für internationale Chartermaschinen lang genug wäre. Momentan gibt es täglich je zwei Flüge nach Teneriffa-Nord und Las Palmas de Gran Canaria. Von dort kann man jeweils zu den anderen Kanarischen Inseln weiter fliegen. Jährlich werden diese Strecken von ungefähr 30.000 Passagieren in Anspruch genommen. Der kleine Inselflughafen verfügt über denselben Komfort wie seine größeren Pendants. Bis 2020 sollen weitere Millionen Euros für den Ausbau aufgewendet werden.  Die örtliche Fluggesellschaft ist Binter Canarias.

Wir folgten zunächst diesem Schild.

Die Zufahrt war recht schmal mit einer Haarnadelkurve.

Den Naturstellplatz mit schönem Strand konnten wir schon von oben sehen.

Vor dem Stellplatz waren Parkbuchten angelegt.

Hier hatten sich etliche Leute bereits häuslich eingerichtet.

Die Zona Recreativa TAPA HUGA hielt nicht nur Trinkwasser „Agua Potable“ bereit, …

… sondern bot auch vielen Familien ein schattiges Plätzchen für’s Picknick.

Der hintere Teil des Platzes war wegen Steinschlags gesperrt und daher nicht zugänglich.

Dem Hinweis „Playa de Santiago“ folgten wir, später auch dem Schild „Laguna de Santiago“.

Playa Santiago liegt im sonnenverwöhnten Süden von La Gomera im Mündungsdelta schöner Schluchten und hat sich seinen Flair eines ehemaligen Fischerdorfes bewahrt. Der kleine Ort mit seinen traditionellen, kanarischen Häusern erstreckt sich entlang des Hafens und dem Strand. Feiner Sand wurde in einem Abschnitt am Strand aufgeschüttet. Das schöne Ambiente des Hafenortes mit seiner kleinen Promenade mit Bars und Cafes, mit dem Dorfplatz wo man sich trifft, mit seinen Stränden und dem tollen Klima, laden zu einem entspannten Urlaub im sonnenverwöhnten La Gomera ein. Die Plaza del Carmen ist lebendiger Mittelpunkt von Playa Santiago. An diesem beliebten Treffpunkt der Einheimischen beginnt eine kleine Promenade entlang des Hafenbeckens.Die Bars und Restaurants bieten neben typisch kanarischer Küche einen guten Standort, um das Treiben am Wasser zu beobachten. Der einzige Golfplatz auf La Gomera, wunderschön an einem Berghang gelegen mit Meerblick, ist ein 18-Loch-Platz.

Den Stellplatz in Playa Santiago konnten wir schon bei der Anfahrt von oben sehen.

Aber um dorthin zu kommen, hatten wir – eigentlich unser Navi HEIDI – unsere Schwierigkeiten. Wir machten nämlich erst einmal eine Stadtrundfahrt. 

Peters Fahrkünste wurden kritisch beäugt von „la mama“.

Die Straßen wurden enger, wir landeten am Sportplatz. Nein, das konnte nicht richtig sein. Der Platz muss woanders sein, denn weiter links sahen wir doch etliche WoMos stehen …

Nach einem erneuten Anlauf und einer weiteren (aber nur halben) Stadtrundfahrt erreichten wir unser eigentliches Ziel.

Es handelte sich um einen gemischten Parkplatz, umgeben von Wohnhäusern, Strand und Einkaufsmöglichkeiten waren über die Straße zu erreichen.

Auf dem Platz war eine Verpflegungsmöglichkeit gegeben, die hatte aber geschlossen wegen zu.

Von oben gesehen hatten wir einen guten Überblick über den Platz.

An dieser Stelle drehten wir vorhin um,  jetzt wollten wir aber wissen, was da oben war, und ob es möglicherweise weiter ging – Peters Forschungsdrang war geweckt.

Da half alles: Hier oben war die Welt zu Ende. Das bedeutete, mit KNUT auf kleinstem Raum wenden.

Das war ein Satz mit „x“ – das war wohl nix.

Es war gar nicht so einfach, dem Einbahnstraßen-Gewirr von Playa de Santiago zu entkommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir dann doch die GM-3.

Kurz nach dem Ortsende befand sich eine Tankstelle, mit allem Möglichen, nur nicht mit LPG.

Das passierte uns ab und zu: Wir kamen nicht dorthin wo wir eigentlich hin wollten, denn der Weg war irgendwie versperrt.

In diesem Fall sollte irgendwo da unten ein Stellplatz sein …

Unverhofft kamen wir an der Zufahrt zum alten, privaten Flugplatz vorbei „La Roseta“. In dem Gebäude fanden wohl bis vor kurzem kulturelle Veranstaltungen statt.

Geschichte des alten Flughafen. In den 50ger Jahren, genau am 15. Juli 1959, wurde bei Tecina ein kleiner Privatflugplatz genehmigt. Er diente damals lediglich dem privaten Flugverkehr, als Notflugplatz oder zum Start für Schädlingsbekämpfungsmaschinen. Es wurde in politischen und wirtschaftlichen Kreisen lange über die Notwendigkeit dieses Flughafens diskutiert, aber letztendlich doch in die Tag umgesetzt. Quelle: http://www.sonneninsel-la-gomera.de/blog/flughafen-la-gomera/

Ausflugstipp. Hier von sind noch Reste der Bauwerke mit verfallenem Tower, Hangar, Generatorhäuschen etc. vorhanden. Die Piste hat eine Länge von etwa 500 m. Pistenbegrenzungspfosten und Halbbahnmarkierungen sind zum Teil noch sichtbar, die Richtungsbezeichnungen an der Aufsetzschwelle sind noch lesbar – theoretisch könnte man auf der Piste sogar noch landen. Der Flugplatz ist über eine stark zerfallene Straße erreichbar. Die letzten 5 Kilometer lassen sich jedoch nur zu Fuß überwinden, denn weder Jeep noch Geländemotorrad kommen da durch.  Ab hier wird’s dann ungemütlich, nur mit Allrad, genügend Bodenfreiheit und etwas Wagemut! kommt man noch ein wenig weiter. Es geht etwa 2 km über holprige Steinpiste, die eigentlich nur im Schritttempo zu befahren ist. Kurz nach einer kleinen Kapelle muss man Auto oder Motorrad abstellen und zu Fuß weitergehen. Dann sind es noch ca. 45 Minuten zu laufen. Handyempfang ist nicht immer gegeben! Quelle: https://egomera.de/forum/viewtopic.php?t=26285

Alajero war der nächste, etwas größere Ort, durch den wir fuhren.

Hier gab es mehr Palmen als Bananen. Das war auch hübscher anzusehen, da die Landschaft nicht mit den abgedeckten Plantagen zugepflastert war.

Immer wieder zu sehen waren die terrassenartig angelegten Anbauflächen.

Von den angelegten Aussichtspunkten, meist als „Mirador“ bezeichnet, konnten wir den Blick weit über’s Land schweifen lassen.

Schade eigentlich, die alten Wasserleitungen „Levadas“ verfallen nach und nach, man sieht sie selten auf eine längere Strecke.

Für manchen ist dieses Schild sicherlich hilfreich, besonders auf schmaleren Straßen.

Irgendwie schien uns der Nebel einzuholen.

Am Mirador de Igualero hielten wir, auch, um uns ein bisschen die Beine zu vertreten (Adresse 38869 Vallehermoso, Provinz Santa Cruz de Tenerife, Spanien, Koordinaten 28º 06’ 09’’N 17º 15’ 15,07’’W).

Der Aussichtspunkt Igualero liegt fast genau in der Inselmitte am Rande des Nationalparks Garajonay, auf einer Höhe von etwa 1.321 m. Der Aussichtspunkt verfügt über einen großen Parkplatz, wo man auch sehr gut mit dem Wohnmobil parken kann, ggf. auch übernachten. Igualero selbst ist der höchstgelegene ländliche Weiler von La Gomera. In der Vergangenheit widmeten sich die Bewohner hier der Viehzucht und der Beweidung, etwas was man dem Ort auch heute noch anmerkt. Nach mehreren Abwanderungswellen ist Igualero nunmehr fast unbewohnt.

Direkt daneben befindet sich die Kapelle Ermita de San Francisco de Asís.

Beim Mirador de Igualero steht auch ein kurioses Kunstwerk, das Denkmal Silbo Gomero.  Es ehrt die Pfeifsprache, Teil des Unesco Weltkulturerbes, die früher verwendet wurde, um über weite Strecken zwischen den Schluchten zu kommunizieren.

Wie an anderen Tagen so auch heute: Wir waren auf kurvenreicher Strecke, aber gut ausgebauten Straßen unterwegs.

In La Dama hatte man sich das Aufstellen eines Schildes gespart und die Aufforderung auf die Straße gemalt.

Eigentlich wollten wir den Abzweig nach Playa da Rajita in der Gemeinde La Dama nicht nehmen. Aber das lohnte sich, wir hätten uns sonst ganz schön geärgert. Ein bisschen skeptisch waren wir schon, als wir durch Bananenplantagen fuhren …

Wir waren unschlüssig, ob wir diesen Platz als Stellplatz aufnehmen sollten. Nein, machen wir nicht, wir hätten da auch nicht stehen mögen.

Aber dann sahen wir etwas, was unser Herz höher schlagen ließ, da mussten wir hin.

Eine kleine kurvenreiche Straße fuhren wir hinunter, unserem heutigen Übernachtungsziel entgegen.

Da blieben wir, denn hier gab‘s Ruhe pur in der verlassenen Playa de La Rajita. Die Bucht La Rajita ist eine Ruheoase umgeben von den Ruinen vergangenen Glanzes. Bis in die 80er Jahre wurde hier noch in einer Konservenfabrik der Fisch der Insel verarbeitet und bis hin zum spanischen Festland exportiert. Die verlassenen Häuser zeugen heute still von der Zeit, als hier noch ein Großteil der Wirtschaft von La Gomera bestritten wurde. Heute kommen hier vor allem Einheimische hin, meist in kleinen Booten, um einen ruhigen Nachmittag oder ein ganzes Wochenende zu verbringen. Quelle: http://www.gomeralive.de/beschreibung-la-dama  

Der Platz war gut besucht, in eine kleine Lücke quetschten wir uns rein, unter Mithilfe eines spanischen Mitcampers. Ein paar Spanier waren zur Stelle uns zu helfen. Da wir mit spanisch nicht weiter kamen, holten sie sogar noch eine Frau herbei, mit der wir uns auf deutsch verständigen konnten.

Erste Fotos von dem bunten Treiben, hier hatten es sich ganze Familien etc. gemütlich gemacht und mehr oder weniger häuslich eingerichtet.

Verlockend war die kleine Strandbar.

Also gingen wir hin und genossen kühles Caña in der Abendsonne. Es war kein Platz frei, aber zwei freundliche Spanier brachten uns 2 Stühle, sodass wir nicht stehen mussten.Die kleine Strandbar versorgte uns nicht nur mit Bier (1,50 €), sondern auch mit guter Musik.

Dass hier einst reger Fischfang und -Bearbeitung herrschte, davon zeugten die leider schon verrosteten Gerätschaften, die die Badegäste gerne zum Deponieren ihrer Taschen etc. nutzten.

Auch hier waren Grafitti-Künstler am Werk gewesen.

Einige Gäste waren mit ihren Kindern hier, die wussten sich zu beschäftigen – so ganz ohne Smartphone oder iPad. 

Während wir die Abendsonne genossen, sahen wir Boote von ihrer Ausflugstour zurückkehren.

Die Schnellfähre war auch noch unterwegs nach Valle Gran Rey.

 

Die warme Abendsonne ließ das Meer blau leuchten.

Mit dem Internet hatten wir zunächst Schwierigkeiten, dafür funktionierte die Schüssel entgegen aller Erwartungen. Später ging auch Internet – warum erst so spät konnten wir nicht feststellen.

Strom hatten wir ja genug, so machte sich Eva daran, auch mal Listen aufzuarbeiten und die Wandertour in Gpsies mit Fotos zu versehen. Leider konnte sie am Reisetagebuch am 27. März nicht weiterarbeiten, irgendwie hakte es da mal wieder bei unserem Provider one.com.

Heute wieder mal nicht weit gekommen, dafür aber viele Höhenmeter gemacht und letztlich „schön gelandet“.

Author: Peter Colditz

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