2018 0412 Puerto de Tazacorte – Investitionsruine oder Erfolgsprojekt?

Tag 137 – Donnerstag, 12. April 2018
Puerto de Tazacorte – Investitionsruine oder Erfolgsprojekt?

Aktuell spricht Wikipedia immer noch von einer Investitionsruine von über 60 Mio. EUR, die zur Hälfte mit EU-Fördermitteln subventioniert wurde. Im Wochenblatt, einer Zeitung für die Kanaren, ist dagegen schon zu lesen, dass ab Oktober 2018 die ersten Kreuzfahrtschiffe hier einlaufen sollen. Schau’n mer mal.

Da wir am nächsten Tag eine Verabredung im Ort Tazacorte hatten, beschlossen wir, noch einen weiteren Tag in Puerto de Tazacorte zu verbringen. Um nicht ganz untätig zu sein, drehten wir eine Runde durch den kleinen Sportboothafen.

An der Promenade war noch nicht allzu viel los.

Neben der Promenade befand sich ein unvollendetes Projekt. Wir vermuteten, es sollte eine Badelandschaft werden.

Eine der vielen kleinen Gassen mit den bunten Häusern.

Um die Mittagszeit hätten wir uns hier einen Platz aussuchen können.

Überall in den Straßencafés war noch nichts los.

Die Nymphensittiche machten sich nichts draus. Sie sangen, bauten Nester, brüteten oder guckten nur.

Dann hatten wir die Mole erreicht.

Von dort konnten wir den Strand mit Badebucht überblicken.

Puerto de Tazacorte – ein kleiner bunter Ort; die ersten Badenixen waren auch schon im Wasser.

Reste aus vergangenen Zeiten, die nur bei Ebbe zu sehen sind.

Wir hatten den Eindruck, dass da wirklich Leute zu wohnen.

An der Promenade entlang steuerten wir auf den Hafen zu, der sich im Ortsteil Tarajal befindet.El Puerto und Tarajal verfügen zusammen über einen etwa zwei Kilometer langen Badestrand aus schwarzem Lavasand mit einer entsprechend langen Promenade. Mit 3500 Sonnenstunden im Jahr ist Puerto de Tazacorte der sonnenreichste Ort der Insel. Der Strand Los Tarajales in der Nähe des Hafens ist seit 2014 für Nudisten geöffnet. Quelle: Wikipedia

Linker Hand befanden sich die Überreste der ehemaligen Zuckerrohr-Fabrik.

Im Jahre 1513 begann Jacome de Monteverde die Zuckerproduktion in Tazacorte. Zum Aufbau der Zuckerrohrtechnologie griff man auf die Erfahrungen der Portugiesen zurück, die bereits um 1452 auf Madeira mit der Zuckerrohrverarbeitung und dem Betrieb der ersten Wassermühle begonnen hatten. Hierfür wurden portugiesische Ingenieure und Handwerker angeworben. Die auf La Palma produzierte Zuckermenge betrug 1520 bereits 240 bis 300 Tonnen. Im Jahr 1914 wurde die Produktion auf etwa 290 Tonnen in Argual und Tazacorte und 250 Tonnen in San Andrés y Sauces und Barlovento geschätzt. Die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen führten eine große Anzahl niedrig bezahlter Tagelöhner und 80 Sklaven (im Jahr 1567) durch. Die Zwangsarbeit der Sklaven endete erst mit der Abschaffung der Sklaverei am 13. Februar 1880.  Für die Fabrikation des Zuckers waren große Mengen Wasser und Feuerholz für die großen Öfen erforderlich sowie eine Infrastruktur mit Hafen und Straßenverbindungen für den Versand des Zuckers. Zum Lasttransport wurden 1567 in Tazacorte 30 Rinder, 70 Kamele und Pferde eingesetzt. Dem Feuerholzbedarf fielen große Waldgebiete, insbesondere mit der heimischen Kiefer, zum Opfer. Innerhalb zweier Jahrhunderte wurde der ursprünglich die ganze Insel bedeckende Wald auf 40 Prozent der Inselfläche reduziert. Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr die Zuckerproduktion in Tazacorte erneut einen Aufschwung. Zurückkehrende Emigranten aus Kuba brachten ihre Erfahrungen bei der Bewässerung der Plantagen und dem Betrieb der Zuckerfabrikation in Kuba mit. Die am Hafen von Tazacorte noch existierenden, z. T. verfallenen Wirtschaftsgebäude sind noch Zeugen des vergangenen Handelsplatzes von Tazacorte. Für den florierenden Export von Bananen, Tomaten, Mandeln und Cochinilla baute 1925 Armando Yanes Carrillo ein großes Lagerhaus am Ende des Barranco Tenisca, gegenüber der alten Burg von San Miguel (am Eingang des heutigen Hafens). 1941 erweiterte er den Bau um eine Zuckerrohrmühle zur Destillation von Rum und Branntwein. Nur noch der Schornstein überragt heute das zerstörte Mühlengebäude. Quelle: Wikipedia

Dies hier ist der Sportboothafen.

Dieser Youtube-Film der Hafenbetreiber macht Eigenwerbung für Puerto de Tazacorte.     Video .

Viele – ungenutzte – Parkplätze warteten auf „Gäste“.

Wir „bewunderten“ wir den unfertigen Hafen für Kreuzfahrtschiffe und Fähren.

Der gespielte Witz mit der EU-Förderung in Puerto de Tazacorte: Im Rahmen des EU-Programms für die Kanarischen Inseln wurde der Hafen von Tazacorte in den Jahren 2000 bis 2006 mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 8,2 Millionen Euro mit einer 176 Meter langen Hafenmauer versehen. In einem zweiten Bauabschnitt von 2007 bis 2013 wurde eine zweite Hafenschutzmauer mit einer Länge von 400 Metern, bei Gesamtkosten in Höhe von 54 Millionen Euro und einem EU-Förderbeitrag von 27 Millionen Euro, errichtet. Als Begründung für den zweiten Bauabschnitt wurde angeführt: „Wegen schlechter Witterungsbedingungen war der Hafen nach Abschluss der Bauarbeiten nur eingeschränkt funktionsfähig. Daraufhin wurde der Bau eines zusätzlichen Damms zum Schutz des Hafens und zur Erweiterung der Gewerbezone beschlossen.“ Der Hauptzweck des Hafenausbaus von Tazacorte bestand gemäß einer Mitteilung des Petitionsausschusses des Europäischen Parlamentes in der Entfaltung von Wirtschaftstätigkeit als Beitrag zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit von 25 Prozent. Insbesondere sollte der Export der auf der Insel angebauten Bananen, die nur aufgrund von EU-Subventionen wettbewerbsfähig sind, gefördert werden. Mit der Hafenerweiterung könnten auch neue Verkehrsverbindungen zwischen Tazacorte und den Inseln La Gomera und El Hierro geschaffen werden. Bisherige Versuche, Fährverbindungen zu den Nachbarinseln aufzubauen und Kreuzfahrtschiffe anzuziehen, missglückten jedoch. Die EU kritisierte 2012 den überdimensionierten, nur teilweise genehmigten Hafenausbau aus EFRE-Mitteln. Die Hafenerweiterung wurde bis heute (2016) nicht genutzt. Der 2012 begonnene Bau einer Ortsumgehung von Tazacorte sowie einer Anbindung des Hafens wurde eingestellt. Quelle: Wikipedia

Stand per heute (Quelle: Wochenblatt Nr. 291 vom 22.11.2017):

Der Zugang zur Spitze war leider mit einem Gitter versperrt.

In einem Hafenrestaurant genossen wir das maritime Flair bei einem kleinen Imbiss.

Harte Männerarbeit in der Küche.

Die musikalische Beschallung.

Das war eine gute Portion: Thunfischsalat.

Im Hafen entdeckten wir auch einen Waschsalon, der geöffnet war.

 

Natürlich durften touristische Angebote nicht fehlen.

29 Wal- und Delphinarten tummeln sich in den kanarischen Gewässern, und natürlich ist das eine touristische Attraktion. Allerdings sollte man den Anbietern des Whale Watching genau auf die Finger schauen: „Die vorsichtige Navigation des Bootes ist eine Grundvoraussetzung“, erklärt die WDC den wohl wichtigsten Punkt. „Die Cetaceen sollten so wenig wie möglich gestört werden, denn das kann ernsthafte Auswirkungen auf ihr natürliches Verhalten haben.“ In diesem Sinne geben die Betreiber der Boote im Hafen von Tazacorte an, die Richtlinien zum sanften Whale Watching zu befolgen. Die Kanarenregierung hat dazu schon 1996 Vorschriften erlassen und diese 2006 überarbeitet. Diese Regeln besagen unter anderem, dass man sich den Meeressäugern auf nicht mehr als 60 Meter nähern darf und dann alle Schallquellen an Bord abschalten muss. Außerdem verbieten sie das Füttern oder den direkten Kontakt mit den Tiere. Quelle: http://www.la-palma24.info/whale-watching-auf-la-palma/

Schade, dass der Seeadler vom Aussterben bedroht ist.

Nette Einladung zur Einkehr, der wir jedoch widerstanden.

Natürlich war GARMIN wieder unser Begleiter.

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2 Antworten auf „2018 0412 Puerto de Tazacorte – Investitionsruine oder Erfolgsprojekt?“

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