2018 0228 Von San Marcos ging es weiter nach Buenavista del Norte

Tag  94 – Mittwoch, 28. Februar 2018
San Marcos – Buenavista del Norte

Nach den Unwettern, die am Dienstag über die Kanaren gezogen waren, wurde vor erneuten Wetterunbillen gewarnt. Die Regierung der Kanarischen Inseln hat erneut eine Unwetterwarnung ausgesprochen. Demnach gilt „Alerta Máxima“, die höchste Warnstufe. Viele Gemeinden aktivierten die Notfallpläne. Die neue Unwetter-Warnung bezieht sich vorrangig auf die westlichen Inseln Teneriffa, Gran Canaria, El Hierro, La Gomera und La Palma. Quelle: Teneriffa News

Am Morgen war von all dem nichts zu sehen, es war schönstes Kanarenwetter.

Morgens stand die Guardia Civil auf dem Parkplatz lange neben uns. Wir befürchteten schon, dass die uns auf dem Kieker hatten und wegschicken wollten. Dem war aber nicht so, sie wollten während einer Pause scheinbar nur die Aussicht auf‘s Meer genießen.

Also konnten wir uns in aller Ruhe fertig machen. Bei dem Rundum-Blick von hier oben konnte man sehr gut die terrassenförmig angelegten Anbauflächen erkennen.

Das Wetter entwickelte sich zum Positiven, allerdings hatten wir den ganzen Tag über starken Wind mit teilweise Böen. Der Sturm soll an den Küsten Geschwindigkeiten von bis zu 95 Kilometern pro Stunde erreichen. Dadurch angefacht soll der Atlantik Wellen von bis zu sechs Metern Höhe entwickeln. In höheren Lagen sollen die Böen stellenweise sogar noch deutlich stärker werden, so dass dort umstürzende Bäume und Erdrutsche zur Gefahr werden können. Quelle: Teneriffa News

Teilweise ging es ganz schön bergab. Dank der Motorbremse von KNUT war das aber kein Problem.

Vor zu schnellem Fahren und Radarkontrolle wurde auch per Leuchtanzeige gewarnt.Deshalb: Am besten hält man sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen, denn zu schnelles Fahren kann teuer werden (Quelle: http://www.enterspain.com/?Leben-in-Spanien/Rund-ums-Auto/Strafzettel-Multas). Touristen bzw. kein Wohnsitz in Spanien Anzeige direkt in der Polizeikontrolle: Strafen sind von Nicht-Residenten direkt zu bezahlen. Das ist inzwischen in Bar oder per Kreditkarte möglich. Direktzahler kommen entsprechend in den Genuss des Rabatts von 50 %. Bei Weigerung zur Zahlung kann das KFZ vorläufig beschlagnahmt werden. Der ausländische Führerschein kann nicht eingezogen werden. Es ist lediglich möglich, dass ein Fahrverbot in Spanien für die betreffende Person erteilt wird.

Uns kam es so vor, als bestünde Teneriffa nur aus allgegenwärtigen Bananenplantagen.

Ein sehr schöner Aussichtspunkt befindet sich bei El Guincho, den man auch per Fahrrad erreichen kann (wir konnten leider nicht feststellen, wo er beginnt und wohin er führt). 

Der Ort El Guincho liegt an der Isla Baja und gehört zur Stadt Garachico. In direkter Nachbarschaft von El Guincho liegt auch der Ort Icod de los Vinos. El Guincho liegt auf einer Höhe von  80m über dem Meeresspiegel und hat ca. 340 Einwohner.  Um zu dem Aussichtspunkt zu gelangen, muss man allerdings erst einmal durch El Guincho bis ans Ortsende fahren. Das Lokal La Cofradia wird mehrfach empfohlen, wir sind dort nicht eingekehrt.

Der eigentliche Aussichtspunkt, der Mirador El Guincho befindet sich am Ende des kleinen Ortes. Parkplätze sind genügend vorhanden.

Von dort oben konnten wir wohl den kleinsten Parkplatz …

… und kleinsten Kinderspielplatz sehen. Also bewahrheitet sich mal wieder: Ideen muss man haben.

Unser nächstes Ziel konnten wir von hier oben schon sehen: Garachico. 

Eine Art Wahrzeichen Garachicos ist ein riesiger Fels geworden, der vor der Küste aus dem Wasser ragt.

Garachico ist ein belebter und bei Touristen beliebter Ort. Das Ende Garachicos als Handelszentrum kam aber am 5. Mai 1706 mit dem Ausbruch des oberhalb des Ortes gelegenen Montaña del Estrecho (Volcán Garachico), in dessen Verlauf die Lavamassen den Hafen Garachicos zum größten Teil verschütteten. Allein die Kirche und das Kloster San Francisco aus dem 16. Jahrhundert, die ältesten Gebäude des Ortes, an der Plaza Glorieta de San Francisco, wurden von den Lavamassen verschont. Danach zogen die Händler nach Puerto de la Orotava, dem heutigen Puerto de la Cruz. Viele Einwohner verarmten und wanderten in die damaligen spanischen Kolonien jenseits des Ozeans aus. Ein neuer, kleiner, aber moderner Hafen für Fischerei und Privatboote ist seit 2012 in Betrieb. Dieser wurde auf der Meerseite durch eine große Mole geschützt. Quelle: Wikipedia

Es war schwierig, überhaupt einen Parkplatz für KNUT zu finden.

Garachico beherbergt u. a.  eine Stätte der Kultur und Tradition, die Zigarrenwerkstätte. Immer noch kann man den Zigarrenrollmeistern über die Schulter schauen und sie bei ihrer traditionellen Arbeit bewundern.

Alte Verladestation am Hafen.

Der nächste Aussichtspunkt war der Mirador El Emigrante. Man konnte unterhalb gut parken, allerdings wies ein Schild darauf hin, dass hier Caravans nicht länger gern gesehen werden.

Wir fuhren also bis zum Mirador hinauf. Dadurch konnten wir noch einen Blick zurück auf Garachico werfen.

Mirador El Emigrante Diese Sehenswürdigkeit von Fernando Garcia Ramos zeigt einen Mann, der einige Koffer in der Hand trägt. Dort wo das Herz normalerweise schlägt, klafft ein großes Loch aus der Statue. Der Künstler will damit zum Ausdruck bringen, wenn ein Canario Teneriffa verlässt, sein Herz aber immer auf Teneriffa bleibt.

Caleta de Interian hat zwar einen schönen Strand, aber keine wirkliche Park- bzw. Stellplatzmöglichkeit für ein Wohnmobil.

Nachdem uns unsere Navi-Heidi keinen Ausweg aus dem Straßengewirr zeigen konnte, waren wir für entsprechende Ausschilderung dankbar.

Das hübsche Dorf Los Silos, zu Deutsch „der Getreidespeicher“, liegt im Norden Teneriffas an der Küstenstraße zwischen Garachico und Buenavista del Norte. Der Name des Ortes wurde erstmals 1509 erwähnt und stammt aus einer Zeit als der Getreideanbau zum Hauptverdienst der hier ansässigen Bauern gehörte. Quelle: www.insel-teneriffa.de

Wir hielten hier für unser obligatorisches 2. Frühstück, Platz genug war vorhanden. 

Unser Kennzeichen war mal wieder Gesprächsthema. So trafen wir hier erst ein deutsches Ehepaar aus Friedberg (aber in Bayern),… danach noch einen Mann, nämlich Reinhard, dem wir den späteren Kontakt mit Christa und Roland zu verdanken haben.Die Gespräche und Fachsimpeleien nahmen einiges an Zeit in Anspruch.

Den Versuch, immer am Meer entlang weiter zu fahren, gaben wir auf; die Straße war uns dann doch zu „suspekt“. Deshalb blieben wir auf dem Parkplatz am stehen …… und besichtigten zu Fuß das Walgerippe …An der Küste findet sich an der kleinen Badebucht „Charco de las Arañas“ seit kurzem eine einzigartige Sehenswürdigkeit: das aufbereitete und vollständig erhaltene Skelett eines Seewals. Das in der Regel 20 Meter lange und bis zu 45 Tonnen schwere Tier wurde 2005 an die Küste Gran Canarias gespült; innere Parasiten hatten den Tod des Meeresgiganten verursacht. Nun können Besucher das Skelett des Wals montiert auf einer Stahlkonstruktion in Los Silos bewundern. Quelle: www.insel-teneriffa.de

… und den weiteren Weg.

So war es denn doch schon recht spät, als wir in Buenavista del Norte ankamen. Sehr vertrauenserweckend war der erste Eindruck nicht gerade.

Noch lange zu fahren, dazu hatten wir keine Lust mehr. Unser heutiges Ziel hatten wir recht bald vor Augen.

Also blieben wir am Golfplatz ganz einfach stehen. Dort war es sogar erlaubt!

Buenavista del Norte (wörtlich übersetzt: „Guter Blick“) ist eine Stadt auf der Kanarischen Insel Teneriffa mit 4797 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017). Buenavista del Norte ist mit Santa Cruz de Tenerife über die Straße Buenavista del Norte – Icod de los Vinos (TF-42) verbunden.
Der von Severiano Ballesteros entworfene Golfplatz verfügt über 18 Löcher. Der Platz wurde 2003 in Betrieb genommen. Im Zusammenhang mit dem Golfplatz entstand eine mit Natursteinen gepflasterte Strandpromenade, die an der Steilküste entlangführt.

Dann machten wir uns noch zu einem Erkundungsrundgang auf, konnten dabei das Meer und die Bananenplantagen genießen.

Die Promenade führt direkt am Meer entlang.

Diese Zwei guckten uns ganz erstaunt an: So spät noch unterwegs?!

So etwas gibt’s auch: Eine Kakteen-„Baum“-Schule.

Eine Ziege allein auf dem Gelände als Wachhund (?).

Sieht aus wie Spitzpaprika, aber am Strauch?

Hier wurden die Bananen gleich an der Staude eingewickelt und nicht erst im Supermarkt.

Damit war unser abendlicher Rundgang beendet. Wir zogen uns ziemlich müde in KNUT zurück.

Das Meer war ganz schön aufgewühlt und zeigte seine Urkraft. Morgen früh wird wohl die Windschutzscheibe von der Gischt „blickdicht“ sein.

Böen schüttelten KNUT immer wieder durch. Hoffentlich gibt sich das in der Nacht etwas. Der Himmel versprach zumindest nichts Gutes.

Unsere heutige Tour im Überblick:

Author: Peter Colditz

Schreibe einen Kommentar